1. Leitbild: Schulprogramm und Kernlehrpläne ausgewählter Fächer

Die Peter-Ustinov-Gesamtschule Monheim am Rhein versteht Bildung als ganzheitlichen, zukunftsorientierten Prozess. Ausgehend vom Namensgeber Sir Peter Ustinov und seinem humanistischen Bildungsverständnis verfolgt die Schule das Ziel, junge Menschen zu selbstständigem, verantwortungsbewusstem und kritisch reflektierendem Handeln in einer globalisierten Welt zu befähigen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bildet dabei einen zentralen Orientierungsrahmen für schulische Entwicklungsprozesse, Unterrichtsgestaltung und das Schulleben insgesamt.

Nachhaltigkeit wird an der Peter-Ustinov-Gesamtschule nicht als isoliertes Unterrichtsthema verstanden, sondern als durchgängiges Prinzip schulischer Arbeit, das sich explizit an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen orientiert. Dies zeigt sich sowohl im Schulprogramm als auch in den schulinternen Lehrplänen zahlreicher Fächer, in der Nutzung außerschulischer Lernorte sowie in langfristig angelegten Kooperationen.


2. Verankerung von BNE im Schulprogramm

Das Schulprogramm der Peter-Ustinov-Gesamtschule bildet die verbindliche Grundlage für nachhaltige Schulentwicklung und nimmt dabei explizit Bezug auf zentrale Zielsetzungen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. In mehreren Handlungsfeldern ist Bildung für nachhaltige Entwicklung explizit verankert:

  • Im Bereich Schulleben wird „Nachhaltigkeit & Umwelt“ als eigenständiger Schwerpunkt benannt. Schülerinnen und Schüler sollen Verantwortung für Natur, Umwelt und zukünftige Generationen übernehmen.
  • Das Handlungsfeld Gesundheit umfasst ausdrücklich den „Schutz von Natur & Gesundheit“ und verbindet ökologische, soziale und individuelle Dimensionen nachhaltigen Handelns.
  • Im Bereich Zusammenarbeit ist die Schule als Fairtrade School positioniert und in die Fairtrade Town Monheim eingebunden. Nachhaltiger Konsum und globale Verantwortung werden so über den Unterricht hinaus praktisch erfahrbar.
  • Der bewusste Einsatz außerschulischer Lernorte im In- und Ausland ist als Ziel schulischer Bildungsarbeit festgeschrieben.
  • Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, ökologischen und religiösen Fragestellungen ist als zentraler Bildungsauftrag formuliert.

Das Schulprogramm versteht sich ausdrücklich als „lebendiges Konzept“, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. BNE ist somit strukturell auf der Ebene schulischer Zielsetzung und Qualitätsentwicklung verankert.


3. Umsetzung von BNE in den schulinternen Lehrplänen

Die schulischen Leitziele werden in den schulinternen Lehrplänen konkretisiert und systematisch umgesetzt. Exemplarisch werden im Folgenden vier Fachbereiche dargestellt, die die fächerübergreifende Verankerung von BNE verdeutlichen.

3.1 Gesellschaftslehre (Sekundarstufe I)

Im Fach Gesellschaftslehre ist Bildung für nachhaltige Entwicklung ausdrücklich als curriculares Strukturprinzip ausgewiesen und systematisch mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (u. a. SDG 4 – Hochwertige Bildung, SDG 12 – Nachhaltiger Konsum und Produktion, SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz) verknüpft.

Darüber hinaus orientiert sich der Unterricht explizit an den Zielen von BNE-Lernprozessen gemäß den Leitlinien des Landes Nordrhein-Westfalen und am Konzept der Gestaltungskompetenz. Schülerinnen und Schüler erwerben insbesondere:

  • Systemisches Denken, indem ökologische, ökonomische und soziale Zusammenhänge gemeinsam analysiert werden,
  • Bewertungskompetenz, indem Handlungsoptionen im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und sozialer Gerechtigkeit reflektiert werden,
  • Partizipationskompetenz, indem demokratische Mitbestimmung und verantwortliches Handeln thematisiert und eingeübt werden,
  • Zukunftsgestaltungskompetenz, indem eigene Lösungsansätze für nachhaltige Entwicklung entwickelt werden.

Zentrale Inhaltsfelder wie „Nachhaltige Entwicklung: Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft“, „Wirtschaft, Arbeit und Konsum“ oder „Globalisierung und Migration“ ermöglichen eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Unterrichtsvorhaben wie „Unsere Erde – unsere Verantwortung“, „Der Klimawandel – eine (un)lösbare Herausforderung“ oder „Wirtschaftliches Handeln als Verbraucherinnen und Verbraucher“ fördern Perspektivenwechsel, Urteilsfähigkeit und verantwortungsbewusstes Entscheiden.

Außerschulische Lernorte (z. B. kommunale Einrichtungen, Betriebe, politische Institutionen) sind fest eingeplant und unterstützen handlungs- und erfahrungsorientierte BNE-Lernprozesse.

3.2 Deutsch (Sekundarstufe I und II)

Auch im Fach Deutsch ist BNE explizit im Lehrplan verankert und an ausgewählten Stellen konkret mit den SDGs verbunden, insbesondere mit SDG 4 (Hochwertige Bildung), SDG 10 (Weniger Ungleichheiten) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz).

Die Umsetzung orientiert sich gezielt an den Zielen von BNE-Lernprozessen gemäß den nordrhein-westfälischen Leitlinien zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und am Kompetenzkonzept der Gestaltungskompetenz. Im Mittelpunkt stehen:

  • Kritisches Denken und Reflexionsfähigkeit, indem Texte zu Nachhaltigkeit, Klima, Konsum und sozialer Verantwortung analysiert und diskutiert werden,
  • Perspektivenübernahme, indem unterschiedliche gesellschaftliche Positionen sprachlich erschlossen und bewertet werden,
  • Kommunikations- und Diskursfähigkeit, indem Schülerinnen und Schüler argumentativ Stellung beziehen und eigene Haltungen entwickeln,
  • Handlungsorientierung, indem Sprache als Mittel gesellschaftlicher Mitgestaltung verstanden wird.

In der Sekundarstufe I setzen sich Schülerinnen und Schüler unter anderem in den Unterrichtsvorhaben „Nachhaltigkeit um jeden Preis?“ oder „Mensch und Klima“ argumentativ und reflektierend mit ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen auseinander. In der gymnasialen Oberstufe werden Fragen individueller und kollektiver Verantwortung, sozialer Gerechtigkeit und Zukunftsgestaltung literarisch und sachtextbezogen vertieft.

Durch Kooperationen mit kulturellen Partnern sowie die Einbindung regionaler Bezüge wird der Lebensweltbezug gestärkt und nachhaltige Entwicklung als gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe erfahrbar gemacht.

3.3 Evangelische und Katholische Religionslehre (Sekundarstufe I und II)

In den Lehrplänen der evangelischen und katholischen Religionslehre ist nachhaltiges Handeln ausdrücklich als Ziel religiöser Bildung formuliert und eng mit den SDGs verknüpft, insbesondere SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen), SDG 10 (Weniger Ungleichheiten) und SDG 13 (Klimaschutz).

Die religiöse Bildung orientiert sich dabei an zentralen Zielen von BNE-Lernprozessen im Sinne der nordrhein-westfälischen Leitlinien zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und am Konzept der Gestaltungskompetenz:

  • Werte- und Orientierungskompetenz, indem ethische Maßstäbe für nachhaltiges Handeln reflektiert werden,
  • Empathie und Perspektivenwechsel, insbesondere im interreligiösen und interkulturellen Dialog,
  • Verantwortungsübernahme, bezogen auf Mensch, Gesellschaft und Schöpfung,
  • Friedens- und Konfliktfähigkeit, als Grundlage nachhaltigen gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Zentrale Leitbegriffe wie Menschenwürde, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung bilden die ethische Grundlage für eine nachhaltige Lebensgestaltung. Der Religionsunterricht eröffnet Räume zur Reflexion globaler Verantwortung, interreligiöser Verständigung und friedlichen Zusammenlebens.

Unterrichtsgänge zu Kirchen, Moscheen, Synagogen, sozialen und karitativen Einrichtungen sowie Gedenkorten sind fest verankert und fördern erfahrungsbezogene BNE-Lernprozesse an außerschulischen Lernorten.

3.4 Mathematik (gymnasiale Oberstufe)

Der schulinterne Lehrplan Mathematik der gymnasialen Oberstufe weist Bildung für nachhaltige Entwicklung als eigenständigen Schwerpunkt aus und bezieht sich explizit auf alle 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, mit besonderem Fokus auf SDG 4 (Hochwertige Bildung), SDG 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion) und SDG 13 (Klimaschutz).

Die mathematische Arbeit unterstützt gezielt zentrale Ziele von BNE-Lernprozessen gemäß den Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen und fördert damit zentrale Aspekte der Gestaltungskompetenz:

  • Systemisches und vernetztes Denken, insbesondere bei der Analyse komplexer Datenlagen (z. B. Klimadaten, Ressourcenverbrauch),
  • Bewertungskompetenz, indem statistische Ergebnisse kritisch hinterfragt und in gesellschaftliche Kontexte eingeordnet werden,
  • Zukunftsorientierung, durch Prognosen, Modellierungen und Szenarien nachhaltiger Entwicklung,
  • Digitale Verantwortung, durch reflektierten Einsatz digitaler Werkzeuge.

Sachkontextaufgaben mit Bezug zu Umwelt, sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit sind fester Bestandteil des Unterrichts, insbesondere in den Bereichen Statistik und Stochastik. Schülerinnen und Schüler lernen, Daten kritisch zu analysieren, Prognosen zu bewerten und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Der konsequente Einsatz digitaler Endgeräte trägt zur Ressourcenschonung bei und unterstützt zugleich chancengerechte Bildung. Die Teilnahme am Projekt „Agiles Lernen mit Unterstützung durch KI“ im Rahmen der Zukunftsschulen NRW unterstreicht den Anspruch, nachhaltige Entwicklung mit digitaler Transformation zu verbinden.


4. Verknüpfung der schulischen Arbeit mit den SDGs

Die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung an der Peter-Ustinov-Gesamtschule erfolgt konsequent im Sinne der Agenda 2030. Die SDGs dienen als inhaltlicher und normativer Referenzrahmen für Unterricht, Schulprogramm und Schulentwicklung. Besonders wirksam adressiert werden dabei:

  • SDG 04 – Hochwertige Bildung: durch kompetenzorientierten, inklusiven und fächerübergreifenden Unterricht sowie chancengerechte digitale Ausstattung,
  • SDG 10 – Weniger Ungleichheiten: durch individuelle Förderung, interkulturelles Lernen und religiöse sowie gesellschaftliche Bildung,
  • SDG 12 – Nachhaltiger Konsum und Produktion: durch Verbraucherbildung, Fairtrade-Engagement und ressourcenschonende Schulorganisation,
  • SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz: durch verbindliche Unterrichtsvorhaben zu Klimawandel, Umweltverantwortung und nachhaltigem Wirtschaften,
  • SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: durch Demokratiebildung, Werteerziehung und interreligiösen Dialog.

Wir verstehen uns als Schulgemeinschaft, die Schülerinnen und Schüler befähigt, aktiv, verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert an der Gestaltung einer nachhaltigen Gesellschaft mitzuwirken.

Hinweis: Das Schulprogramm (Homepage: Reiter Schulprogramm) sowie zahlreiche Lehrpläne (Reiter BNE-Aktivitäten, Reiter Good Practice Beispiele) befinden sich auf der Homepage.

Horst Stolzenburg, SL


2. Leitbild: Die drei Netzwerke der Peter Ustinov Gesamtschule

Die Bildung für nachhaltige Entwicklung ist fester Bestandteil unseres schulischen Leitbildes und prägt unser pädagogisches Handeln in Unterricht, Schulleben und Kooperationen. Ausgehend von den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen verstehen wir Schule als Lern- und Lebensraum, in dem Schülerinnen und Schüler befähigt werden, Verantwortung für sich selbst, für die Gesellschaft und für den Erhalt unseres Planeten zu übernehmen. Nachhaltigkeit begreifen wir dabei ganzheitlich – ökologisch, ökonomisch und sozial – und als langfristigen Bildungsauftrag.

Unser Leitbild orientiert sich an der Überzeugung, dass nachhaltiges Lernen mehr ist als Wissensvermittlung. Im Mittelpunkt stehen die Förderung von Selbstständigkeit, kritischem Denken, Zukunftskompetenzen und reflektiertem Handeln. Lernprozesse werden bewusst so gestaltet, dass sie lebensweltliche Bezüge herstellen und fachübergreifend Perspektiven eröffnen. Auf diese Weise ermöglichen wir unseren Schülerinnen und Schülern, komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge zu erkennen, zu analysieren und verantwortungsvolle Entscheidungen für Gegenwart und Zukunft zu treffen.

Ein zentrales Element unseres BNE-Leitbildes ist die systematische Vernetzung von Unterrichtsvorhaben und Projekten. Aus diesem Prozess sind drei tragende BNE-Netzwerke hervorgegangen, die unser nachhaltiges Profil strukturieren und weiterentwickeln:

Das Netzwerk I „Vergangenheit – das war doch gestern? Wir gegen das Vergessen“ verbindet historisch-politische Bildung mit Fragen von Verantwortung, Erinnerungskultur und Menschlichkeit. Die Schwerpunkte bilden der Projektkurs in der Q1 sowie zwei Arbeitsgemeinschaften im Jahrgang 10, die sich mit dem Nationalsozialismus beschäftigen. Durch jährliche Gedenkstättenfahrten nach Berlin und Auschwitz, den Besuch der Gedenkstätten in Köln und Düsseldorf, der Fahrt nach Vogelsang in die Eifel, der Kooperationen mit dem Archiv in Monheim, durch kulturelle Projekte wie der Stolpersteinverlegung sowie Aktionen gegen Rassismus, wie beispielsweise wie der Gestaltung der Gedenktage gegen das Vergessen zu der Reichspogromnacht in der Altstadtkirche in Monheim, wird Geschichte als Grundlage für nachhaltiges Handeln in der Gegenwart erfahrbar gemacht. Dieses Netzwerk stärkt insbesondere die ethische und soziale Dimension unseres Leitbildes.

Im Netzwerk II „Wir sind Schule der Zukunft – global denken, lokal handeln“ stehen globale Nachhaltigkeitsfragen und ihre konkrete Umsetzung im lokalen Umfeld im Mittelpunkt. Internationale Schulpartnerschaften, Umwelt- und Klimaprojekte, nachhaltige Schulentwicklung sowie außerschulische Lernorte ermöglichen es den Lernenden, globale Zusammenhänge zu verstehen und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Damit wird der Leitbildgedanke einer aktiven, verantwortungsbewussten Teilhabe an einer globalisierten Welt konsequent umgesetzt.

Das Netzwerk III „Digitalisierung trifft Nachhaltigkeit – Lernen für morgen“ verknüpft digitale Bildung mit nachhaltigen Lern- und Handlungsansätzen. Der reflektierte Einsatz digitaler Tools, Medienkompetenz, agiles Lernen sowie der Einsatz von KI im Unterricht fördern Zukunftskompetenzen, die für eine nachhaltige Gesellschaft unverzichtbar sind. Digitalisierung wird dabei nicht als Selbstzweck verstanden, sondern als Instrument zur Unterstützung nachhaltiger Bildungsprozesse im Sinne unseres Leitbildes.

Die Auszeichnung als „Schule der Zukunft – BNE“ verstehen wir sowohl als Bestätigung unseres bisherigen Engagements als auch als Verpflichtung, unser Leitbild weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist es, die BNE-Kompetenzen noch stärker curricular zu verankern, bestehende Netzwerke auszubauen und nachhaltige Bildungsprozesse dauerhaft im Schulalltag zu sichern. So gestalten wir Schule als Zukunftsort, an dem junge Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen und aktiv an einer nachhaltigen Welt mitzuwirken.

Horst Stolzenburg, SL


Gesamtkonzept zur digitalen Ausrichtung im Sinne von Zukunftsschule NRW – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

3. Leitbild und Bezug zur Zukunftsschule NRW BNE

Die Peter-Ustinov-Gesamtschule (PUG) versteht Digitalisierung ausdrücklich als Hebel für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Unsere digitale Ausrichtung folgt dem Leitgedanken der Zukunftsschule NRW, Lernprozesse so zu gestalten, dass Schüler*innen befähigt werden, ökologisch verantwortlich, sozial gerecht und ökonomisch reflektiert zu handeln.

Digitale Bildung, Medienbildung und KI-Kompetenz werden an der PUG nicht isoliert betrachtet, sondern systematisch mit den Zielen der BNE verknüpft: Zukunftsfähigkeit, Teilhabe, Verantwortung und Gestaltungskompetenz. Damit leisten wir einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs), insbesondere zu hochwertiger Bildung, nachhaltigem Konsum, Innovation, Chancengerechtigkeit und verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen.

2. Nachhaltige digitale Infrastruktur als Grundlage

Die digitale Infrastruktur der PUG ist auf Langlebigkeit, Ressourcenschonung und Teilhabe ausgerichtet:

  • 1:1-Ausstattung aller Schüler*innen und Lehrkräfte mit personalisierten iPads (kommunale Ausstattung, Vermeidung privater Mehrfachgeräte)
  • flächendeckender Einsatz von 4K-Touch-Displays mit Apple TV für kollaboratives, papierarmes Arbeiten
  • zentrale Organisation, Kommunikation und Dateiablage über IServ (Reduktion von Papierverbrauch, transparente Prozesse)
  • Nutzung der Lernplattform Scobees zur nachhaltigen Wiederverwendbarkeit curricularer Materialien
  • 3D-Drucker und Computerräume für projektorientiertes, problemlösendes Lernen im Sinne von BNE und MINT

Ein besonderer Fokus liegt auf Gerätepflege, Reparaturkultur und bewusstem Medieneinsatz, um ökologische Auswirkungen digitaler Technologien sichtbar zu machen und Verantwortung für Ressourcen zu fördern.

3. Pädagogisches BNE-Gesamtkonzept im digitalen Kontext

3.1 Gestaltungskompetenz durch digitale Bildung

Digitale Medien unterstützen an der PUG Lernprozesse, die zentrale BNE-Kompetenzen fördern:

  • vorausschauendes Denken und systemisches Verständnis
  • kritische Reflexion digitaler und gesellschaftlicher Entwicklungen
  • partizipatives Handeln und demokratische Mitgestaltung
  • verantwortungsvoller Umgang mit Informationen, Daten und Technologien

Schüler*innen lernen, digitale Werkzeuge nicht nur effizient, sondern ethisch reflektiert und nachhaltig einzusetzen.

3.2 Künstliche Intelligenz als BNE-Thema

KI wird explizit als ambivalentes Zukunftsthema im Sinne von BNE behandelt – zwischen Innovationspotenzial und Risiko. Die Schüler*innen setzen sich mit folgenden Fragestellungen auseinander:

  • ökologische Kosten digitaler Technologien (Energieverbrauch, Rechenleistung)
  • soziale Auswirkungen von Automatisierung und KI auf Arbeit und Bildung
  • Fragen von Fairness, Bias, Transparenz und Datenschutz
  • Verantwortung bei der Nutzung KI-gestützter Systeme

KI wird als Werkzeug zur Unterstützung von Lernprozessen genutzt (Ideenfindung, Strukturierung, Feedback), stets transparent gekennzeichnet, reflektiert und kritisch geprüft.

4. Technik-Scouts als BNE-Akteur*innen

4.1 Partizipation und Verantwortung

Die Technik-Scouts der Medientechnik-AG sind ein zentrales Element der BNE-Strategie der PUG. Seit 2016/17 übernehmen Schüler*innen aller Jahrgänge aktiv Verantwortung für die digitale Schulentwicklung.

Im Sinne von BNE handeln sie als:

  • Multiplikator*innen für nachhaltigen Medieneinsatz
  • Service- und Verantwortungsteams im Schulalltag
  • Brückenbauer*innen zwischen Technik, Pädagogik und Schulgemeinschaft

4.2 Nachhaltige Aufgabenfelder der Technik-Scouts

Die Technik-Scouts übernehmen u. a.:

  • First-Level-Support über das IServ-Ticketsystem (effiziente Ressourcennutzung, Vermeidung von Neuanschaffungen)
  • Wartung, Pflege und Reparatur digitaler Endgeräte (Reparatur statt Ersatz)
  • Testen digitaler und KI-Tools unter Aspekten von Datenschutz, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit
  • Entwicklung curricularer digitaler Lernmodule auf Scobees (z. B. iPad-Führerschein, KI-Basics, Sicherheit im Netz)
  • Reverse Coaching: Schüler*innen qualifizieren Lehrkräfte zu nachhaltigem und reflektiertem Medieneinsatz
  • Mitgestaltung schulischer KI-Leitlinien unter Berücksichtigung ethischer und rechtlicher Aspekte

Die Scouts arbeiten projektorientiert, kooperativ und eigenverantwortlich und erleben so Selbstwirksamkeit im Sinne von BNE.

5. Unterrichtsentwicklung, Inklusion und Chancengerechtigkeit

Digitale Bildung unterstützt an der PUG eine inklusive und gerechte Lernkultur:

  • Einsatz assistiver Technologien und barrierearmer Materialien
  • individuelle Förderung durch adaptive digitale Lernsettings
  • bewusste Steuerung von Medienzeit und Gesundheitsaspekten

Unterrichtsformate wie agiles Lernen, projektbasiertes Arbeiten und fächerübergreifende BNE-Projekte (z. B. zu Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Arbeitswelt) sind fest etabliert.

6. Berufsorientierung und nachhaltige Zukunftsperspektiven

Die Technik-Scouts leisten einen wichtigen Beitrag zur Berufs- und Studienorientierung im Kontext nachhaltiger Entwicklung:

  • reale Rollen in Support, Projektmanagement und Kommunikation
  • Auseinandersetzung mit zukünftigen Berufsbildern im digitalen Wandel
  • Reflexion von Chancen und Risiken KI-gestützter Arbeitswelten

Am Ende der Schullaufbahn erhalten die Technik-Scouts ein qualifizierendes Textzeugnis, das Engagement, Kompetenzen und Verantwortungsübernahme dokumentiert.

7. Herausforderungen und Weiterentwicklung im Sinne der Zukunftsschule

Als Zukunftsschule NRW BNE reflektieren wir kontinuierlich unsere Praxis. Zentrale Entwicklungsfelder sind:

  • Stärkung der kritischen KI-Nutzung (gegen Copy-Paste, für Reflexion und Prozessbewertung)
  • Sicherung von Kontinuität bei wachsender Nachfrage nach Support und Schulungen
  • Weiterentwicklung nachhaltiger Bewertungsformate
  • niedrigschwellige, praxisnahe Fortbildung des gesamten Kollegiums

Diese Herausforderungen werden als Teil eines lernenden Systems verstanden und gemeinsam mit Schüler*innen, Lehrkräften, Schulleitung und Schulträger bearbeitet.

8. Sichtbarkeit, Anerkennung und Transferwirkung

Die nachhaltige digitale Arbeit der Peter-Ustinov-Gesamtschule findet auch über die eigene Schulgemeinschaft hinaus Anerkennung.

  • Bundesweite Auszeichnung: 2022 wurde die Peter-Ustinov-Gesamtschule im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung der Telekom-Stiftung nach Bonn eingeladen und dort als Technik-Scouts-Schule ausgezeichnet. Diese Würdigung bestätigte insbesondere den partizipativen Ansatz, die hohe Professionalität des Schüler*innen-Supports sowie die nachhaltige Verankerung digitaler Bildung im Schulalltag.
  • Öffentliche Sichtbarkeit: Die Arbeit der Technik-Scouts, insbesondere der von Schülerinnen organisierte First-Level-Support, war Gegenstand eines RTL-West-Beitrags. Der Beitrag machte sichtbar, wie Verantwortung, Serviceorientierung und technische Kompetenz von Schülerinnen übernommen werden und wie dadurch Unterricht und Schulorganisation nachhaltig entlastet werden.
  • Schüler*innenstimmen als Ausdruck von BNE: In der Publikation der Telekom-Stiftung „Was wollen wir? Ideen zur besten Bildung“ wurde eine Schülerin der Peter-Ustinov-Gesamtschule mit der Überschrift zitiert:

„Es ist cool, dass wir den Lehrern auch mal etwas beibringen können – und gucken, wie sie damit klarkommen.“

Diese Aussage verdeutlicht in besonderer Weise zentrale Ziele der Bildung für nachhaltige Entwicklung: Partizipation, Perspektivwechsel, Verantwortungsübernahme und demokratische Lernkultur.

Die externe Anerkennung, mediale Sichtbarkeit und die Einbindung authentischer Schüler*innenstimmen zeigen, dass die digitale und nachhaltige Schulentwicklung der Peter-Ustinov-Gesamtschule wirksam ist, nach außen ausstrahlt und als Best-Practice-Beispiel im Sinne der Zukunftsschule NRW BNE wahrgenommen wird.

9. Fazit

Die Peter-Ustinov-Gesamtschule verknüpft digitale Schulentwicklung konsequent mit Bildung für nachhaltige Entwicklung. Durch nachhaltige Infrastruktur, reflektierten KI-Einsatz und die aktive Beteiligung der Technik-Scouts gelingt es, Digitalisierung als Gestaltungsraum für eine zukunftsfähige, gerechte und verantwortungsbewusste Schule zu nutzen – im Sinne der Zukunftsschule NRW BNE.

 

Horst Stolzenburg;SL

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