Im Schuljahr 2024/2025 wurde in der gymnasialen Oberstufe erstmals der Projektkurs „Green Tunisia“ eingeführt. Leitprinzip des Kurses war die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) mit dem Ziel, Schülerinnen und Schülern einen handlungsorientierten, selbstgesteuerten und lebensweltbezogenen Zugang zu nachhaltigen Fragestellungen zu ermöglichen.
Zentrale BNE-Ziele umfassten die Kenntnis der ökologischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Dimensionen nachhaltiger Entwicklung, das Verständnis lokaler und globaler Zusammenhänge, die systemische Einordnung nachhaltigkeitsrelevanter Sachverhalte, die Bewertung gesellschaftlicher Folgen und Wechselwirkungen, den Umgang mit Zielkonflikten, Risiken und Dilemmata sowie die Entwicklung lösungsorientierter Handlungskompetenz und gesellschaftlicher Partizipation.
Diese Ziele wurden im Projektkurs durch konkrete Schülerleistungen operationalisiert. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten eigenständig ein tragfähiges Gesamtkonzept für das Urban-Gardening-Projekt „Green Tunisia“, in dem ökologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Aspekte systematisch verknüpft wurden. Sie recherchierten geeignete Projektpartner, nahmen eigenverantwortlich Kontakt zu landwirtschaftlichen Betrieben und Institutionen auf, analysierten gewonnene Informationen kritisch und dokumentierten ihre Ergebnisse in einer fundierten Projektbeschreibung.
Im Arbeitsprozess beurteilten die Lernenden kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen urbaner Landwirtschaft, analysierten Chancen, Risiken und Zielkonflikte (z. B. Ressourcennutzung, Finanzierbarkeit, Umsetzbarkeit) und entwickelten konkrete Lösungsansätze, etwa zu nachhaltiger Bewässerung, lokaler Einbindung und langfristiger Projektverstetigung. Gleichzeitig reflektierten sie ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten und -grenzen, insbesondere im Kontext internationaler Kooperation.
Geplant war die Umsetzung der Projektergebnisse in Tunesien in Zusammenarbeit mit einer Partnerschule in Djerba. Die Realisierung vor Ort gestaltet sich derzeit als herausfordernd, da eine kontinuierliche Kontaktaufnahme bislang noch nicht verbindlich erfolgen konnte. Dennoch konnten die Schülerinnen und Schüler ihr Projekt im Rahmen eines Treffens der Deutsch-Tunesischen Gesellschaft in Köln in Kooperation mit der Universität zu Köln vorstellen und wertvolle Impulse aus bestehenden Urban-Gardening-Projekten gewinnen.
Zur Finanzierung des Projekts organisierten die Schülerinnen und Schüler einen Sponsorenlauf, durch den 5.000 Euro eingeworben wurden.
Die Ergebnisse der Schülerarbeiten überzeugten sowohl fachlich als auch methodisch. Der Projektkurs erwies sich als erfolgreiches Beispiel für wirksame BNE-Praxis und zeigt, dass projektorientierte Lernformate mit realem Anwendungsbezug eine zeitgemäße und substanzielle Alternative zu klassischen Prüfungs- und Arbeitsformaten darstellen.
Ergebnisse des Projektkurses Green Tunisia Schuljahr 2024/2025
Nachhaltigkeitsziele:
![]()
![]()
![]()
Ziele von BNE-Lernprozessen:
Am 29.10.2025 besuchte der Projektkurs "Green Tunisia" den Marienhof in Monheim, um mehr über das Thema Urban Gardening zu erfahren. Der Hof zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltiges Leben auch im städtischen Umfeld funktionieren kann.
Auf dem Gelände werden nicht nur umweltfreundlich Lebensmittel angebaut, sondern auch verschiedene Tiere gehalten, darunter Schweine, Hühner, Esel, Schafe und Ziegen. Diese Tiere übernehmen wichtige Aufgaben im natürlichen Kreislauf des Hofes und unterstützen die Arbeit der Gärtnerinnen und Gärtner.
Die beiden Schweine Anna und Elsa lockern mit ihren Rüsseln den Boden auf. Schafe und Ziegen fressen Pflanzenreste und Wurzeln nach der Ernte, zum Beispiel die Überreste von Kartoffelpflanzen. Dadurch werden keine schweren Maschinen benötigt, und die Wiesen bleiben ganz natürlich gepflegt. Die Hühner legen täglich frische Eier, die verkauft werden, und die Esel dienen als "Seelentiere". Außerdem werden die tierischen Abfälle als natürlicher Dünger genutzt.
Der Marienhof verkauft vielfältige Produkte wie Gemüse, Obst, Fleisch, Milchprodukte und Eier. Dabei spielt die Kreislaufwirtschaft eine zentrale Rolle: Gemüse gelangt zunächst in die Küche des Hofes, und was dort nicht verwendet wird, wird anschließend verkauft, so wird nichts verschwendet.
Neben dem Gärtner haben auch Bildung und Gemeinschaft einen hohen Stellenwert. Schulklassen und Kindergruppen können an Führungen teilnehmen und lernen dabei, wie Pflanzen wachsen und was Nachhaltigkeit im Alltag bedeutet.
Besonders gut hat uns gefallen, dass der Marienhof nicht nur ein Ort zum Anschauen ist, sondern auch zum Mitmachen und Ausprobieren. Wir durften sogar einige der angebauten Pflanzen probieren, eine tolle Erfahrung!
Unser Fazit:
Der Marienhof ist ein inspirierender Ort, um mehr über nachhaltiges Leben, Tierhaltung und umweltbewusste Landwirtschaft zu lernen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!
Ziele für nachhaltige Entwicklung:
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
Ziele von BNE-Lernprozessen:
