Die Gedenkstättenfahrt nach Krakau/ Auschwitz

konnte dieses Jahr,

nach zweijähriger Coronapause, wieder statt finden.

Die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs erlebten eine eindrucksvolle und lehrreiche Zeit. 

[extern]Eindrücke in einem kurzen Video gibt es hier:  

sowie Eindrücke einer Schülerin in Textform:

Meine Erlebnisse in Krakau / Auschwitz

Am ersten Tag hatten wir nach unserem Flug noch eine Stadtführung durch Krakau mit einer wunderbaren Reiseführerin. Anfangs dachte ich: „Wieso denken alle, dass die Stadt so schön ist?“, weil ich beim Hinweg nicht unbedingt das Schönste von Krakau zu Gesicht bekommen habe. Jedoch als wir nachmittags mit unserer Reiseführerin Monika Krakau näher betrachtet haben und die Geschichte mit ihren Legenden erfuhren, muss ich sagen, es ist eine traumhaft schöne Stadt und ich überlege, ob ich vielleicht dort studieren werde. Besonders die Gebäude, die so alt sind, dass ich mich immer noch frage, wie sie solange stehen können, nach den Weltkriegen? Außerdem verstehe ich nun auch warum Krakau das zweite Rom genannt wird. Gefühlt keine zehn Meter entfernt stehen drei oder mehr katholische Kirchen nebeneinander. Mönche und Nonnen sahen wir auch sehr viele. Nach unserer Führung mit Monika hatten wir Zeit die Stadt nun alleine zu erkunden. Da entdeckten wir tolle Restaurants, viele Märkte und sogar eine riesiges Kaufhaus, vor dem Zelte für Flüchtlinge aus der Ukraine aufgebaut waren. Wie kann man aus den vorherigen Kriegen denn nicht lernen? Am Dienstag brachte uns Monika die historisch grausamen Ereignisse, welche in Krakau während des zweiten Weltkrieges geschahen näher. Wir sahen das jüdische Viertel, eine Synagoge und den jüdischen Friedhof von Krakau. Unteranderem sahen wir im jüdischen Viertel eine Häuserreihe, welche auch im Film „Schindlers Liste“ sehr bekannt ist, weil dort die Juden aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben wurden. Besonders interessant fand ich die neugewonnenen Kenntnisse vom Judentum, die ich noch nicht wusste. Beispielsweise wusste ich nicht, dass die Juden keine Blumen, sondern Steine auf die Grabsteine legen, weil sie sagen, dass Blumen verwelken und Steine für immer halten. Außerdem sahen wir auf dem Friedhof orthodoxe Juden, welche sehr interessant aussehen. Sie trugen einen schwarzen Hut, einen schwarzen langen Mantel und zwei auffällige Locken. Am Mittwoch gingen wir in die Schindlers Fabrik. Dort erklärte uns Monika auch wieder die Geschichte hinter den Bildern und Gegenständen. Einen Hoffnungsschimmer in die Menschheit bekam ich, als Monika von Personen erzählte, die mit allen möglichen Mitteln versuchten den Benachteiligten zu helfen, obwohl sie sich dadurch selber in Gefahr brachten. Dieser Akt zeigt mir, dass auch noch Menschlichkeit in den Menschen steckte und nicht nur die Monster, welche die Meisten der Nazis waren. Ich war verblüfft wie viel Monika weiß. Sie konnte wirklich jede Frage gekonnt beantworten und dies auch in einem super verständlichem Deutsch. In unserer Freizeit entdeckten wir ein super nettes kleines Restaurant, in das wir uns setzten und uns eine riesige Spinatpizza gönnten, welchen fantastisch und ganz anders als in Deutschland schmeckte. Donnerstag war der Tag vor dem ich mich am meisten fürchtete, weil wir die schrecklichen Taten des Nationalsozialismuses zu sehen bekamen. Diese Fahrt prägt mich definitiv mein ganzes Leben lang. Die Dimensionen, die wir dort zu Gesicht bekamen waren immens. Auschwitz ist und war so riesig und die Vorstellung, am selben Ort zu stehen, wo hunderttausende an Männer, Frauen und Kinder damals in den Tod liefen, verschlug mir den Atem. Dies zu realisieren fällt mir immer noch schwer, weil ich niemals verstehen kann, wie Menschen dazu in der Lage waren so etwas zu tun. Wir sahen die unmenschlichen Bedingungen unter denen die „Häftlinge“ dort lebten. Die Bestrafungen und Foltermethoden waren so schrecklich, dass mir bei dem Gedanken daran jedesmal ein Schauer über den Rücken läuft. Am meisten hat mich der Workshop, welchen wir anschließend machten geschockt. Der Workshop handelte von Kindern in Auschwitz. Wir wurden in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Ich saß an dem Tisch, welcher sich mit Experimenten an Zwillingen beschäftigte. Für mich als Zwilling war diese Erfahrung besonders schockierend und ging mir sehr nahe. Zu erfahren, dass man die Zwillinge mithilfe von Medikamenten oder anderen Foltermethoden getestet hat, um herauszufinden wie die Medikamente auf den Körper wirken, ist immer noch scheußlich. Die restliche Fahrt zurück, stand ich so unter Schock, dass ich mich kaum noch daran erinnern kann. Abends haben wir gemeinsam ein Essen in einem wunderschönem Kellerrestaurant zu uns genommen. Die Location und das Essen waren traumhaft schön. Mein Fazit dieser Gedenkstätten fahrt lautet, Jede/r sollte sich die Schandtaten der Nationalsozialisten anschauen, um zu verstehen, dass eine solche Ausgrenzung, weil diejenigen nicht in die Vorstellungen passen, niemals wiederholt werden darf. Aufklärung ist hier sehr wichtig. Ich konnte bei dieser Fahrt mein Allgemeinwissen deutlich erweitern und hatte in vielen Momenten besonders viel Spaß. Außerdem gehe ich nun viel kritischer mit Behauptungen von Nazis um. Nachdem ich diese Orte gesehen habe, kann mir niemand mehr sagen, das der Holocaust oder die Nazis generell doch garnicht so schlimm waren oder sogar garnicht diese Schande für die Menschheit begangen haben. Die Taten der NSDAP sind niemals zu entschuldigen oder zu verharmlosen! Diese fünf Tage haben mir vor Augen geführt wie froh ich bin, dass die NSDAP nicht ihren Massenmord fortsetzen kann und Leute massenhaft umbringen kann, nur weil man anders aussieht, eine andere Religion oder Vorstellung von Leben, Liebe oder Politik hat. Meine Eindrücke lehrten mich wie dankbar ich bin für mein Leben und was ich daraus machen kann und darf.

Johanna

 

Karoline Reez

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