Virtuelle Realität im Unterricht: Schülerinnen und Schüler gestalten die Entscheidung mit

29.09.2026

Nachhaltigkeitsziele:

Ziele von BNE-Lernprozessen:

  • Kenntnis verschiedener Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung (ökologisch, ökonomisch, sozial, kulturell, politisch)
  • Kenntis der Zusammenhänge von lokalen bis globalen Perspektiven
  • Beurteilung von Folgen und Wechselwirkungen des vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen gesellschaftlichen Handelns 
  • Identifikation und Beurteilung von Interessenlagen von Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft 
  • Erkennen von und Auseinandersetzung mit Widersprüchen, Unwägbarkeiten, Dilemmata und Risiken sowie Interessen- und Zielkonflikten
  • Auseinandersetzung mit Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe an bzw. Mitgestaltung von Nachhaltigkeitsprozessen

 

Was muss unsere Schule wissen, bevor sie VR-Brillen kauft? 

Mit dieser Frage beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Medien-AG der Sekundarstufe I während unserer Projektwoche. VR steht für Virtual Reality, auf Deutsch „virtuelle Realität“: Durch eine spezielle Brille können Nutzerinnen und Nutzer computergestaltete Räume und Orte so erleben, als befänden sie sich mitten darin.

Unter der Leitung von Mustafa Aktepe und Richard Hertzenberg erprobten die Jugendlichen verschiedene VR-Systeme und untersuchten, wie sich die Technik sinnvoll im Unterricht einsetzen lässt. Sie testeten unter anderem die Meta Quest 3 und die Pico Neo 3. Dabei achteten sie auf Bildqualität und Bedienung, aber auch auf Fragen, die im Schulalltag entscheidend sind: Wie werden die Brillen vorbereitet und gereinigt? Wie lassen sie sich sicher nutzen und aufbewahren? Und bei welchen Themen eröffnen virtuelle Erlebnisse tatsächlich neue Lernmöglichkeiten?

Die Meta Quest 3 beeindruckte besonders durch ihre Bildqualität. Ein Schüler hielt in der Auswertung fest: „Das Bild war scharf. Es hat sich fast so angefühlt, als wäre man wirklich dort.“ An der Pico Neo 3 schätzten die Schülerinnen und Schüler vor allem die Funktionen für den schulischen Einsatz, darunter den Schülermodus und den Lade- und Transportkoffer. Ihr Vergleich zeigte: Für eine Kaufentscheidung zählen sowohl das Lernerlebnis als auch die praktische Handhabung.

Die Gruppe ging noch einen Schritt weiter. Sie entwickelte einen Vorschlag für ein Ausleih- und Unterstützungssystem: VR-Scouts könnten die Brillen vor dem Unterricht laden und vorbereiten, Lehrkräfte und Klassen beim Einsatz unterstützen und anschließend Reinigung, Kontrolle und Dokumentation übernehmen. Damit haben die Schülerinnen und Schüler nicht nur Geräte getestet, sondern selbst Lösungen für deren Einsatz an unserer Schule erarbeitet.

Parallel zur Projektwoche informierte sich eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen im Medienzentrum Mettmann. Heiko Gutmann, Tanja Niehaus, Thea Sommer, Mustafa Aktepe und Schulleiter Stolzenburg ließen sich dort fachlich beraten. Die Erfahrungen aus der Projektwoche und die Beratung im Medienzentrum bilden gemeinsam die Grundlage für unsere nächsten Schritte.

Ich bin stolz auf die tolle Arbeit unserer Schülerinnen und Schüler. Sie haben genau hingeschaut, Fragen gestellt, Vor- und Nachteile abgewogen und Verantwortung für ein mögliches neues Lernangebot übernommen. Mein Dank gilt ihnen ebenso wie Mustafa Aktepe und Richard Hertzenberg für die Begleitung des Projekts.

In der vergangenen Woche konnten wir dank Sponsorengeldern drei Meta Quest 3 anschaffen. Nun werden Schülerinnen und Schüler der Medien-AG in der Oberstufe und der AG Serious Games die Brillen weiter erproben. Dabei soll besonders untersucht werden, für welche Unterrichtsinhalte VR einen didaktischen Mehrwert bietet. Wir werden die Erfahrungen auswerten und auf dieser Grundlage entscheiden, wie der Einsatz weiterentwickelt wird. Unser Ziel ist es, den Bestand im kommenden Jahr auf etwa zehn bis zwölf Brillen zu erweitern.

Ein besonderer Schwerpunkt soll künftig auf Demokratiebildung, Erinnerungskultur und historisch-politischem Lernen liegen. Virtuelle Lernorte können neue Zugänge eröffnen – wie gut sie das im Unterricht leisten, wollen wir gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern herausfinden.

 

Horst Stolzenburg

Schulleiter           



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