Nachhaltigkeitsziele:
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Ziele von BNE-Lernprozessen:
Wie können junge Menschen sich für eine nachhaltigere Welt einsetzen? Mit dieser Frage beschäftigten sich unsere Schülerinnen und Schüler am 07.07.26 bei einem dreistündigen Workshop mit dem Young Network Morocco Germany. Das Netzwerk setzt sich für nachhaltige Landwirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit in Marokko ein. Durch geförderte Projekte unterstützt es Menschen vor Ort und schafft gleichzeitig Möglichkeiten für den interkulturellen Austausch sowie die Sensibilisierung für Themen wie Klimawandel und globale Verantwortung.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde sorgte ein Icebreaker-Spiel für einen lockeren Einstieg. Dabei wurden Aussagen über Marokko vorgelesen und die Schülerinnen und Schüler mussten entscheiden, ob diese wahr oder falsch waren – je nach Antwort standen sie auf oder blieben sitzen.
Anschließend richtete sich der Blick auf den Klimawandel. Aktuelle Schlagzeilen über Hitzeperioden dienten als Einstieg in ein gemeinsames Stimmungsbild. Dabei zeigte sich, dass der Klimawandel die Schülergruppe sehr beschäftigt. Besonders die letzte Hitzeperiode empfanden viele als besorgniserregend. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler äußerten, dass sie derartige Temperaturen zuvor noch nie erlebt hätten und sich Sorgen um ältere Familienangehörige machten.
Im darauffolgenden Ampelspiel nahmen die Schülerinnen und Schüler zu verschiedenen Aussagen Stellung. Mit roten, gelben oder grünen Karten machten sie sichtbar, ob sie einer Aussage nicht, teilweise oder vollständig zustimmten. Dabei wurde deutlich, dass viele das Gefühl haben, jungen Menschen werde in der Politik nicht genügend Gehör geschenkt. Dies bezog sich jedoch vor allem auf die Bundespolitik. Auf kommunaler Ebene fühlten sich einige Schülerinnen und Schüler durchaus wahrgenommen: „Monheim ist ja Stadt der Kinder, also die versuchen schon uns zu zuhören.“
Ebenso waren sich viele einig, dass sie selbst und die Gesellschaft insgesamt noch mehr für den Klimaschutz tun könnten. Unterschiedliche Meinungen gab es hingegen bei der Frage nach der Verantwortung Deutschlands. Auch die Frage, ob sie persönlich bereits genug für den Klimaschutz tun, wurde kontrovers diskutiert. Einige meinten, sie würden sich bereits engagieren, andere vertraten die Ansicht, dass Deutschland allein ohnehin wenig verändern könne. Aus dieser Übung entwickelte sich eine bemerkenswert reflektierte und niveauvolle Diskussion. Beyza brachte dabei einen wichtigen Gedanken auf den Punkt: „Es ist halt bequemer so zu leben wie jetzt. Nichts zu verändern ist immer bequemer. Sich umstellen ist dann nicht immer so einfach.“ Omid ergänzte: „Ich alleine kann nichts bewirken, dass muss schon die Gesellschaft tun“. Dem hielten Amal und Siham entgegen: „Aber einer muss ja der erste sein. Wenn keiner anfängt ändert sich nie etwas. Alles was wir machen bringt etwas.“
Dieser Auszug verdeutlicht, dass sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema Klimawandel auseinandersetzen, dabei jedoch auch eine gewisse Ohnmacht empfinden. Gleichzeitig zeigt die Diskussion, wie differenziert, tiefgründig und kontrovers sie über dieses Thema nachdenken und miteinander diskutieren.
Im weiteren Verlauf betrachteten die Schülerinnen und Schüler eine Ausstellung zum Projekt und konnten mit VR-Brillen die Entwicklungsarbeit vor Ort hautnah miterleben. Die virtuelle Realität ermöglichte es der Gruppe, die Felder, die Arbeit der Menschen sowie neu installierte Bewässerungsanlagen in Marokko aus nächster Nähe zu betrachten. Gerade bei Projekten, die viele Tausend Kilometer entfernt stattfinden, bietet diese Technik eine besondere Möglichkeit: Die Teilnehmenden können die Gegebenheiten nahezu unmittelbar erleben, ohne selbst um die halbe Welt reisen zu müssen.
Die Begeisterung und das Staunen waren den Schülerinnen und Schülern deutlich anzumerken. Schließlich macht es einen großen Unterschied, die Arbeit eines Projekts lediglich auf Bildern in einer Galerie zu betrachten oder durch eine VR-Brille das Gefühl zu bekommen, selbst mitten im Geschehen zu stehen. Die virtuelle Erfahrung ging dabei weit über das reine Betrachten hinaus und eröffnete einen besonderen pädagogischen Zugang. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich selbstständig in der dargestellten Umgebung umsehen, Details entdecken und erhielten dadurch einen intensiveren und nachhaltigeren Eindruck von den Gegebenheiten vor Ort. „Man hat wirklich das Gefühl, selbst dort zu stehen“, beschrieb eine Schülerin ihre Erfahrung. Die unmittelbare Wahrnehmung weckte Neugier, steigerte die Motivation und regte dazu an, gezielt Fragen zu stellen und sich intensiver mit den Hintergründen des Projekts auseinanderzusetzen.
Besonders wertvoll war dabei die Möglichkeit, zuvor eher abstrakte Inhalte mit konkreten Eindrücken zu verknüpfen. Die Schülerinnen und Schüler konnten ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte der Entwicklungsarbeit stärker in ihrem Zusammenhang wahrnehmen und die Bedeutung einzelner Maßnahmen, wie der neuen Bewässerungsanlagen, differenzierter beurteilen. Durch die Wahrnehmung der Menschen, die vor Ort arbeiteten, gewann die Gruppe einen deutlich besseren Zugang zur sozialen Ebene. Die VR-Erfahrung förderte damit nicht nur den Wissenserwerb, sondern auch die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, Zusammenhänge zu erkennen und sich ein eigenes Urteil über die Chancen und Herausforderungen der Entwicklungsarbeit zu bilden. Auf diese Weise wurden die Projekte in Marokko nicht nur sichtbar, sondern für die Gruppe auf eine ganz besondere Art erlebbar.
Anschließend kam die Gruppe mit dem Volontär Elias ins Gespräch. In einer offenen Fragerunde berichtete er von seinen Aufgaben im Projekt, erzählte, was ihn besonders beeindruckt hat, und erklärte, warum er sich für das Young Network Morocco Germany engagiert.
Zum Abschluss wurden die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv. In einer Projektwerkstatt entwickelten sie eigene Ideen, wie sich die PUG künftig in das Netzwerk einbringen könnte. Die Ergebnisse wurden anschließend vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Dabei entstanden zahlreiche kreative und umsetzbare Vorschläge. Besonders die Idee, Partnerschule des Netzwerks zu werden, stieß auf großes Interesse. Die Schülerinnen und Schüler wollten über Social Media mehr Aufmerksamkeit auf das Projekt lenken, im Rahmen einer Partnerschaft weitere Nachhaltigkeitsideen ausarbeiten und durch unterschiedlichste Initiativen Spendengelder sammeln. Außerdem wünschten sie sich einen intensiveren kulturellen Austausch. Vorerst blieben diese Ideen zwar Zukunftsvisionen, sie bilden jedoch eine wertvolle Grundlage, auf der künftig weiter aufgebaut werden kann. Die Veranstalter nahmen die Vorschläge dankbar als Impulse für die Weiterentwicklung des Projekts mit.
In einer abschließenden Reflexion zeigten die Rückmeldungen, dass die Veranstaltung viele zum Nachdenken angeregt hat. So lauteten einige Stimmen: „Man geht mit einer anderen Perspektive und Ideen hier raus“, „Wir konnten uns kreativ einbringen“ und „Man hat jetzt irgendwie das Gefühl, man kann was tun.“
Besonders eindrucksvoll fasste eine Schülerin ihre persönliche Motivation zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit zusammen: „Ich mache das ja für mich nicht für andere, damit ich ein gutes Gewissen habe. Ich will nicht Teil des Problems sein und so.“ Ein Satz, der den Kern des Workshops treffend widerspiegelt: Veränderungen beginnen oft mit der Entscheidung jedes Einzelnen, Verantwortung zu übernehmen.
Fazit: VR-Technologie als Schlüssel für nachhaltiges und zukunftsorientiertes Lernen
Der Workshop hat eindrucksvoll gezeigt, welche enorme Bedeutung VR-Technologie für zeitgemäßes Lernen an der PUG besitzt. Sie überwindet räumliche Distanzen, macht globale Zusammenhänge unmittelbar erfahrbar und verbindet Wissen mit Perspektivwechsel, Empathie und eigener Urteilsbildung. Gerade in BNE-Projekten können Schülerinnen und Schüler die Folgen des Klimawandels, nachhaltige Landwirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit nicht nur abstrakt behandeln, sondern nahezu vor Ort erleben. Dies weckt Neugier, steigert die Motivation und stärkt die Bereitschaft, selbst Verantwortung zu übernehmen.
Diese Erfahrung ist zugleich wegweisend für weitere Projekte der Schule. Die PUG möchte VR künftig auch in der Demokratiebildung und Erinnerungskultur, bei virtuellen Besuchen von Gedenkstätten und Zeitzeugenformaten, in internationalen Begegnungen sowie bei Serious Games und Inoculation-Ansätzen einsetzen. Auch die geplante VR-Projektarbeit der Medien- und Technik-Scouts soll Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, digitale Lernwelten nicht nur zu nutzen, sondern aktiv, kritisch und verantwortungsvoll mitzugestalten. Damit wird VR zu einem wichtigen Baustein der digitalen Schulentwicklung und verbindet BNE, Demokratiebildung und Medienkompetenz auf besonders anschauliche Weise. Die positiven Erfahrungen unterstreichen deshalb, wie wertvoll ein verlässlich nutzbarer eigener Bestand an VR-Brillen für die nachhaltige Weiterentwicklung dieser Arbeit ist.
